Puerto Madryn

Nach einer etwas kurzen Nacht (Der Besuch in der Sternwarte dauerte bis 1 Uhr) ging es am Morgen des 13. März weiter. Wir gingen zum Busbahnhof von San Pedro und nahmen von dort aus einen Bus nach Salta. Nach etwa vier Stunden Fahrt erreichten wir die Grenze und verliessen Chile nach drei Tagen bereits wieder. Da gerade das Passkontrollsystem an der Grenze ausgefallen war, mussten wir fast zwei Stunden warten. Danach konnten wir aber problemlos nach Argentinien einreisen. Weitere 6 Stunden später erreichte unser Bus die argentinische Stadt Salta. Da es bereits dunkel wurde kauften wir uns an einem Strassenstand etwas zu Essen und bezogen ein Zimmer in einem Hostel. Unser erster Eindruck von Argentinien: schön aber wahnsinnig teuer. Die Preise hier liegen irgendwo zwischen deutschem und schweizer Niveau, dass es so teuer ist hätten wir nicht erwartet.
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir in Salta, unternahmen aber keine grösseren Ausflüge. Unsere Aktivitäten beschränkten sich auf Stadt anschauen, etwas herumspazieren und argentinisches Steak essen. Da unsere Reise nun bereits zügig dem Ende entgegen geht, beschlossen wir, die letzte Zeit noch am Meer zu verbringen. Um von Salta in ein schönes Städtchen am Meer zu gelangen, ist aber einiges an Busfahrerei nötig. So verliessen wir Salta am 16. März und fuhren mit dem Bus 22 Stunden lang nach Buenos Aires. Die Busse sind in Südamerika überall sehr gemütlich, weil die Südamerikaner aber tendenziell eher klein sind fehlt es meist an Beinfreiheit. So bekommt man trotz gemütlichen Sitzen irgendwie nie genug Schlaf. In Buenos Aires angekommen buchten wir uns gleich am Busbahnhof den Bus weiter nach Puerto Madryn. Nun mussten wir noch vier stunden warten, bevor uns der Bus in weiteren 20 Stunden endlich ans Ziel brachte. Die Busse sind hier im Vergleich zu anderen Ländern keinesfalls langsam, die Distanzen sind einfach riesig.
Wir erreichten Puerto Madryn am frühen Morgen und suchten uns vom Busbahnhof aus ein Hostel. Nach über 40 Stunden Bus fahren waren wir ziemlich müde und schliefen fast den ganzen Tag durch.
Am nächsten Tag schauten wir uns etwas die Stadt an. Puerto Madryn ist ein kleines Städtchen mit etwa 40’000 Enwohnern. Die Stadt lebt abgesehen von einer riesigen Aluminiumfabrik fast ausschliesslich vom Tourismus. Hier kommen einmal im Jahr riesige Herden (oder Schwärme? oder Schulen?) von Buckelwalen auf ihren Wanderungen durch die Weltmeere vorbei. Dies passiert aber jeweils etwa im Dezember, so dass wir dieses Spektakel leider verpassten. Nichtsdestotrotz hat die Umgebung hier aber auch noch einiges anderes zu bieten. Wir buchten uns also eine Tour auf die nahe gelegene Halbinsel um die dort heimischen Tiere beobachten zu können.
Am 20. März wurden wir früh Morgens im Hotel abgeholt und fuhren mit einem Pickup zum Nationalpark auf der Halbinsel. Der erste Stop war am nördlichsten Punkt, von wo aus man mit etwas Glück Orcas beobachten kann. Diese jagen dort nach den am Strand liegenden Seelöwen. Leider hatten wir kein Glück, konnten aber wunderbar die Seelöwen und die Seeelefanten beobachten. Die Seelöwen habe zurzeit Junge, welche im Meer planschten und im Sand spielten. Während ich auf einen jagenden Orca hoffte, hatte Michi so viel Mitleid mit den süssen Robbenbabys (ja sie sind wirklich süss :-D), dass sie gar nicht sehen wollte, wie grosse böse Orcas diese jagen :-P. Ein Stück weiter südlich besuchten wir anschliessend eine Kolonie von Pinguinen. Auch diese hatten vor einiger Zeit Junge, so dass zwischen den ausgewachsenen Exemplaren immer wieder irgendwo ein halbwüchsiger, weisser Plüschpingu, welcher fleissig seine Plüschfedern in den Wind streute, auszumachen war. Beim letzten Stop der Tour konnten wir nochmals Seeelefanten beobachten, bevor es dann zurück ins Hotel ging. Die Halbinsel hat aber nicht nur interessante Tiere am und im Wasser zu bieten. Auch auf dem Land sahen wir allerlei spannendes. So leben hier eine Art kleine Straussen, irgendwelche Riesenmeerschweinchen (sie sehen zumindest so aus) und einige Gürteltiere, welche erstaunlich nahe kommen. Alles in allem ein super Ausflug, auf dem wir auch ohne die Orcas sehr viel gesehen haben.

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Am Samstag standen wir erneut sehr früh auf, da wir tauchen gehen wollten. Die Tauchschule erklärte uns, dass die beste Zeit dafür um 7 Uhr morgens ist. Also gingen wir noch im dunkeln zur Tauchschule, zogen die Tauchanzüge an und fuhren dann bei einem wunderschönen Sonnenaufgang mit einem kleinen Boot hinaus zu einer Seelöwenkolonie. Etwa 50m vor der Küste ging das Boot vor Anker und wir begannen unseren ersten Tauchgang. Im nur 7 Meter tiefen Wasser setzen wir uns auf den Boden und warteten was passiert. Lange warten mussten wir nicht, bereits vom Boot aus waren sie Seelöwen zu sehen, als wir auf dem Boden sassen kamen die neugierigen Tiere zu uns um zu spielen. Ein absolut geniales Erlebnis! einige der Seelöwen sind etwas scheu und beobachten aus wenigen Meter Entfernung was da so fremdes im Wasser sitzt, andere hingegen sind verspielter und haben keinerlei Berührungsängste. Sie beissen einem in Kopfhaube und Schnorchel und „knabbern“ an der hingehaltenen Hand. Sie sind dabei immer sehr fein, sodass man trotz ihren spitzen Zähnen keine Angst vor Verletzungen haben muss. Wir sind ja beide der Meinung, dass man unter Wasser seine Hände bei sich behält und nichts anfasst, in diesem Fall ist es aber etwas anderes, da die Robben angefasst werden wollen. Sie lassen sich streicheln, beissen (immer sanft) überall rein wo möglich und sind einfach extrem verspielt. Leider beendete unser Tauchguide den Tauchgang nach 35 Minuten bereits wieder, bei dem Preis hier eigentlich eine Frechheit. Wir hätten noch lange unten bleiben und mit den Robben spielen können.
Für den zweiten Tauchgang fuhren wir zu einem Schiffswrack. Wir tauchten an einem Seil hinunter bis zum Wrack und umrundeten dieses einige Male. Beim Wrack hatte es keine Robben, dafür aber einige Fische und Muscheln, auch wenn hier die Artenvielfalt viel weniger gross als in Asien ist. Zusammen mit dem kalten Wasser und der schlechten Sicht fühlte es sich beinahe an wie tauchen in einem Schweizer See (mal abgesehen von den paar Fischen :-D). Auch bei diesem Tauchgang beschloss der Guide nach knapp einer halben Stunde, dass nun Schluss sei und wir tauchten wieder auf. Beides waren sehr schöne Tauchgänge, aber viel zu kurz. Von Bali sind wir uns noch Tauchgänge zwischen 60 und 80 Minuten gewohnt, aber irgendwie hatte der Guide wohl nicht so richtig Lust.
Während der Tauchgänge hatte der Guide eine Kamera dabei und machte einige Fotos und Videos, welche man nach dem Tauchen für wahnsinnige 35 Franken kaufen konnte. Für diesen Preis würden wir eigentlich spitzen Fotos erwarten. Leider wurde mit einer GoPro fotografiert, so dass die Bilder erwartungsgemäss bescheiden ausfielen, vielleicht sind wir aber auch nur ein bisschen zu sehr von unserer Kamera verwöhnt. Den Vergleich könnt ihr anhand unserer Fotos aus älteren Posts sehr gut sehen :-P.
Mit etwas Nachbearbeitung der allerbesten Bilder haben wir dennoch eine schöne Erinnerung an die beiden tollen Tauchgänge.

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Da es uns in Puerto Madryn gut gefällt werden wir noch ein paar Tage hierbleiben.

Grüsse an alle Daheimgebliebenen.

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Von La Paz in die Wüste

Am 2. März organisierten wir einige Touren für die nächsten Tage. Da Michi am 1. März ihren 30. Geburtstag hatte und das fürs Geburtstagsessen herausgesuchte Restaurant leider geschlossen war, gingen wir am Abend in ein anderes Schweizer Restaurant in La Paz, um diesen mit einem Fondue chinoise nachträglich zu feiern. Das Essen war ausgezeichnet und mit das Teuerste, was wir auf dieser Reise gegessen haben. 😀 Aber man wird ja nur ein mal 30.

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Am nächsten Morgen starteten wir früh auf eine Tour zum Chacaltaya, einem 5300m hohen Berg, 30km von La Paz entfernt. Dieser galt einst als das höchste Skigebiet der Welt. Leider ist der Gletscher bis 1990 komplett geschmolzen und nur noch im Südamerikanischen Sommer, während der „Regenzeit“kommt es vor, dass ein wenig Schnee liegt. Heute erinnert nur noch ein alter verrosteter Schlepplift und eine Skihütte an das einstige Skigebiet. Wir fuhren mit einem grossen Bus die holprigen und halsbrecherische Passstrasse hoch, bis etwa 50m unter den Gipfel, nichts für schwache Nerven, von da aus mussten wir das letzte Stück noch zu Fuss hoch. Die Aussicht vom Gipfel ist sehr schön, in der Ferne sieht man La Paz und ringsum türmen sich noch höhere Berge.

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Am Freitag Abend nahmen wir den Nachtbus nach Uyuni. Um 7 Uhr in der Früh kamen wir im kleinen Städtchen Uyuni an. Eigentlich hätte uns jemand von der Agentur, über die wir die Tour gebucht haben abholen sollen, aber da war keiner. Da Uyuni wirklich nur sehr klein ist, war das kein Problem. Wir spazierten zur Agency, welche wir dank einer Wegbeschreibung rasch fanden. Bei dieser waren die Türen aber verschlossen, da es wirklich noch sehr früh war, war dies ja eigentlich nicht verwunderlich, wenn man uns nicht versprochen hätte, dass uns jemand in Empfang nimmt. Wir setzten uns also auf eine Bank und warteten.

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Gegen halb 10 kam dann doch noch ein etwas verschlafener Mensch und nahm unsere Rucksäcke entgegen, welche wir im Office lassen wollten. Um halb 11 waren dann alle Mitglieder unserer Gruppe bereit und die Tour in die Salar de Uyuni (die grösste Salzwüste der Welt) konnte beginnen.
Gleich ausserhalb von Uyuni befindet sich ein Zugfriedhof. Alte, ausrangierte Züge wurden abgestellt und rosten nun langsam vor sich hin. Dies war unserer Erster Halt.

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Mit dem Auto fuhren wir weiter in die Salzwüste, da wir in der Regenzeit da waren, konnten wir leider nicht alle Programmpunkte unserer Tour durchführen, das aus Salz gebaute Hotel in dem wir übernachten sollten, war leider nicht bewohnbar. Trotzdem ist die Salzwüste sehr beeindruckend, Salz so weit das Auge reicht.

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Die Nacht verbrachten wir dann in einem kleinen Hostel. Am nächsten Tag fuhren wir um 8 Uhr los in Richtung Süden und Nationalpark. Auf dem Weg hielten wir immer wieder an und bestaunten spezielle Felsformationen in der Wüste. Es ist sehr beeindruckend, wie schnell die Landschaft hier wechselt. Roter Sand, gelber Sand, Seen, Berge, einzelne verwitterte Felsen, Bachläufe mit saftigem grün und gleich daneben wieder Wüstensand, wirklich sehr schön. In den Lagunen tummeln sich riesige Flamingoschwärme. Abends erreichten wir den Nationalpark mit einer grossen Lagune, da am Himmel dicke Gewitterwolken aufzogen, gingen wir gleich noch ein wenig spazieren und die vielen Flamingos bestaunen, bevor uns Blitz, Donner und Regen wider zurück in die Unterkunft zwangen. Am nächsten Tag gab es bereits um halb 5 frühstück und um 5 Uhr fuhren wir dann los. In der Morgendämmerung erreichten wir die Geysire auf 4900m.ü.M. Sehr schön, nur leider waren wir nicht ganz die Einzigen. 😉

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Auf dem Weg zu heissen Quellen ging die Sonne über einem Nebelmeer auf, super schön, aber leider fuhren wir dann auf direkten Weg in den Nebel hinein und man konnte kaum mehr die Hand vor Augen sehen. Die heissen Quellen waren erstaunlich schön, ein Steinbecken an einer Lagune. Da das Wetter aber so ganz nicht zu Baden einlud und all die anderen Reisegruppen kurz nach uns eintrafen, verzichteten wir auf ein Bad im Gedränge und tranken in der Zeit einen Kaffee.

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Die Fahrt zurück nach Uyuni dauerte einige Stunden. Wir machten noch einen Stopp an einer schönen Steinformation und erreichten Uyuni um halb 4. Leider war das Office, in dem unsere Rucksäcke standen geschlossen und keiner da. Unser Guide, der keinen Schlüssen hatte, versuchte die Chefin zu erreichen, aber ihr Handy war ausgeschaltet. Wir warteten also… und warteten.. irgendwann beschloss der Fahrer bei ihr zu Hause vorbei zu schauen, fand sie da aber auch nicht. Nach 5 Uhr nahm sie dann mal ihr Handy ab, wo sie sich genau befand blieb uns ein Rätsel, was der Guide uns sagte klang wie Kino, oder Argentinien? Oder doch Quinua? 😀 Ach das mit dem spanisch ist schon nicht so einfach 😀 Auf jeden Fall war sie beschäftigt und konnte gerade nicht kommen. Gegen 6 kam dann ein anderer der uns netterweise die Tür öffnete.

Wir blieben die Nacht in Uyuni und wollten am nächsten Morgen mit dem Bus nach San Pedro de Atacama in Chile weiterreisen. Was wir aber nicht wussten, es gibt keinen direkten Bus nach San Pedro, man muss mit dem Auto fahren und die machen noch eine Nacht Rast auf dem Weg. Um halb 4 am Nachmittag fuhren wir los und übernachteten auf halbem Weg zur Grenze. Bereits morgens um 5 fuhren wir wieder los. Die bolivianische Grenzstation befindet sich mitten in der Wüste. Man bekommt seinen Ausreisestempel und muss dann erst noch weiter nach San Pedro, welches sich noch eine Stunde Autofahrt von dort befindet um seinen Chilenischen Einreisestempel zu erhalten.

Als wir in San Pedro ausstiegen wurden wir durch das sehr warme Wetter überrascht. Die letzen Monate hatten wir meist unsere warmen Kleider an, aber nun war auf einmal 30Grad und Sommerwetter. Jetzt hatten wir uns doch endlich wieder an winterliche Temperaturen gewöhnt 😉

Für den nächsten Abend in Atacama buchten wir uns einen Ausflug zum Sterne anschauen. Da es in der Atacamawüste 310 Tage im Jahr wolkenlos ist und sich die Wüste sehr hoch liegt, befinden sich die grössten astronomischen Forschungsstationen in diesem Teil der Erde. Wir machten eine Tour zu einem kleinen Observatorium, in dem ein Teleskom zur verfügung stand. Wir lauschten einigen erklärungen des Guides (der zu unserem Erstaunen tatsächlich Astrophysik studiert hat un somit wirklich viel wusste) und liessen uns durch das Teleskop einige intressante Sterne, Planeten und Nebel zeigen. Leider funktionierte das Fozografieren durch das Teleskop nicht sonderlich gut, der rote Fleck auf dem Foto ist auf jeden Fall Jupiter ;-). Anschliessend konnten wir selbst noch durch ein etwas kleineres dubson Teleskop anschauen was wir wollten und dazu Fragen stellen. Ein wirklich toller Ausflug, welcher nach 2 Stunden leider schon wieder vorbei war.

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Grüsse an alle Daheimgebliebenen.

 

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Titicacasee Teil 2 und La Paz

Bei unserer Ankunft in Copacabana war der Karneval noch immer in vollem Gange. Wir haben nicht damit gerechnet, dass das in Peru und Bolivien so eine grosse Sache ist, aber selbst das allerkleinste Bergdorf hat seine Umzüge mit Musik und Tanz. In Copacabana gibt es zusätzlich zu den Umzügen auf dem Hauptplatz auch eine grosse Bühne mit Boxentürmen, von welchen die ganze Stadt mit lauter Musik beschallt wird. Dementsprechend schlecht konnten wir in den ersten Nächten schlafen, danach war das Spektakel aber wieder vorbei und so langsam verschwanden auch die Betrunkenen wieder von den Strassen. Ganz wie zu Hause 😉
Die Gegend um Copacabana ist wunderschön. Es hat tolle Hügel und Berge rund um die Stadt und den Titicacasee. Wir beschlossen einige Tage zu bleiben und zu Fuss die Gegend zu erkunden.
An einem Tag spazierten wir auf den Hügel gleich hinter der Stadt, eigentlich wollten wir weiter wandern, aber nachdem uns immer wieder Kolibris um die Köpfe flogen, beschlossen wir, uns vor eine passende Blume zu setzen und geduldig zu warten, bis uns einer vor die Linse fliegt. Die Aussicht vom Berg über den Titicacasee war wunderschön, leider wird die Seeseite des Berges als Müllhalde missbraucht und ganze Müllsäcke werden auf den Berg getragen und dahinter entsorgt, aus den Augen aus dem Sinn, sehr schade! Trotzdem fanden wir ein paar wirklich schöne Plätzchen, an denen wir auf Kolibris warteten, Schmetterlinge und Käfer fotografierten und die Zeit genossen. Wie das so ist, waren die Blumen immer da am besten, wo wir gerade nicht sassen 😀 aber so ein oder zwei von den schönen Vögeln sind uns dann noch vor die Linse geflattert.

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Am 25. Februar fuhren wir am Morgen um 8.30Uhr mit dem Boot auf die Isla del sol, eine Insel auf dem Titicacasee. Für die doch relativ kurze Strecke benötigt man 2 Stunden, die Boote kommen einfach nicht vom Fleck. Auf der Isla del Sol stiegen wir im Norden aus, um von da an den Hafen im Süden zu wandern. Am Hafen wurden wir von einem Mann abgefangen, der behauptete der Guide unseres Bootes zu sein und die Tour mit uns zu machen. Wir hatten aber lediglich eine Bootsfahrt gekauft, nicht aber eine Tour gebucht und so kauften wir uns noch kurz das Eintrittsticket für die Insel und setzten uns dann von der Gruppe ab. Der „Guide“ hatte behauptet es sei nicht erlaubt alleine über die Insel zu wandern, da immer wieder Touristen verloren gegangen seien, was für ein Blödsinn, über die Insel führt ein, meist durch kleine Mäuerchen begrenzter Weg, da ist es unmöglich sich zu verirren :-D. Aber er hoffte wohl auf ein gutes Trinkgeld. Wir wanderten also alleine los. Die Aussicht von der Insel über den See ist atemberaubend! Würden einem die warmen Kleider, welche man mitgeschleppt hat nicht daran erinnern, dass es auf 4000 m.ü.M. doch auch ziemlich kühl sein kann, wenn die Sonne gerade hinter ein paar Wolken verschwindet, so könnte man glatt vergessen, dass man nicht auf einer Insel im Meer befindet. Wie fast immer hatten wir wieder grosses Glück mit dem Wetter, was für uns perfekt ist, ist für die Bevölkerung nicht ganz so toll, eigentlich wäre Regenzeit, ab und zu regnet es auch, aber das ist längst nicht das, was die Region eigentlich an Wasser benötigen würde. Wir wanderten die gut drei Stunden ans andere Ende der Insel und warteten in einem Restaurant auf unser Boot, bevor wir dann wieder nach Copacabana zurücktuckerten.

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Am Tag darauf machten wir uns wieder auf eigene Faust auf eine Wanderung. Wir verliessen Copacabana und wanderten in Richtung der Halbinsel. Etwa auf halbem Wege entschieden wir uns dazu, einen der nahen Hügel zu besteigen und von oben die Aussicht auf den See zu geniessen. Da die Sonne erbarmungslos vom Himmel brannte verliessen wir den höchsten Punkt aber bald wieder uns suchten uns ein schattiges Plätzchen unter einem Eukalyptusbaum (Warum die in Bolivien und dann erst noch auf 4000m Höhe wachsen ist uns ein Rätsel). Nach einer ausgedehnten Mittagsrast wanderten wir wieder zurück nach Copacabana wo wir noch ein letztes Mal übernachteten.

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Am 27. Februar verliessen wir Copacabana und reisten mit dem Bus weiter nach La Paz. Die erste Strecke der Busfahrt ging auf Passstrassen durch die schöne Hügellandschaft östlich des Titicacasees. Wir überlegten uns noch, wie der Bus auf die andere Seite des Sees kommen soll, Brücken oder ähnliches gibt es hier nämlich keine. Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt fanden wir dann des Rätsels Lösung: Am Seeufer angekommen mussten alle Passagiere den Bus verlassen und in ein kleines Motorboot steigen. Der Bus selbst wurde auf ein abenteuerlich anmutendes Hozflos verladen und darauf auf die andere Seeseite gebracht.

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Drüben angekommen bestiegen alle wieder den Bus und weitere drei Stunden Fahrt später erreichten wir La Paz. La Paz liegt in einer wunderschönen Umgebung zwischen mehreren über 6000m hohen Bergen, ist selbst aber gar keine Schönheit. Hecktisch, laut, stickig und chaotisch: Eine Grossstadt eben.
Am 1. März besuchten wir eines der Highlights von La Paz. Da die Stadt ein riesiges Verkehrsproblem hat und es nicht möglich war ein U-Bahn Netz oder etwas ähnliches zur Entlastung der Strassen zu bauen wurde vor wenigen Jahren damit begonnen ein Liniennetz aus Gondelbahnen quer durch/über die Stadt zu bauen. Das Netz befindet sich immer noch im Ausbau, viele Linien können aber bereits genutzt werden. Wir entschieden uns für die Rote Linie, welche auf einen Hügel der Stadt führt. Die Gondelbahnen sind sehr modern und machen einen sicheren Eindruck (sie wurden ja auch von einem österreichischen Unternehmen gebaut 😀 ) Mann fühlt sich ein bisschen wie in einem Schweizer Skigebiet, nur der Schnee fehlt und die Preise unterscheiden sich ein bisschen: eine Fahrt für die 2.5km lange Strecke kostet etwa 40 Rappen, die Tageskarte 2 Franken. Solche Preise wünscht man sich bei unseren Gondeln auch.
An der „Bergstation“ der Strecke angekommen wollten wir eigentlich zu einer anderen Linie wechseln und damit weiterfahren. Unerwarteter Weise fand aber an genau dem Tag ein riesiger Auto- und Ersatzteil Markt im Quartier statt in dem wir ankamen. in dem heillosen Durcheinander und Gedränge hatten wir überhaupt keine Ahnung, wie wir zu der anderen Linie finden sollen, also sahen wir uns erst einmal den Markt an. Wir entdeckten Stände, an denen man wirklich jedes Einzelteil eines Autos als Occasion Ersatzteil kaufen konnte, meist schon in einem Zustand, in dem man bei uns das Teil entsorgen würde. Komplet verrosteten Federn, verbogene Stossdämpfer, halbe Differentialgetriebe, Kugellager in allen Grössen und jede Menge Kabel und Lämpchen, alles als Ersatzteile gedacht. Da wir aber weder ein Auto, noch ein Teil eines Autos noch einen Teil eines Teils eines Autos kaufen wollten, gingen wir nach etwa einer Stunde wieder zurück zur Gondelbahn und fuhren mit der selben Linie ins Tal.

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Grüsse an alle Daheimgebliebenen.

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Titicacasee

In Puno angekommen gingen wir direkt in unser vorab gebuchtes Hotel. Am nächsten Morgen spazierten wir ein wenig durch Puno, eine Stadt wie die meisten anderen hier auch: Sehr schlecht gebaute Häuser, alles irgendwie lieblos und dreckig und jeder fährt mit dem Auto wie es ihm gerade passt. Die Uferpromenade ist ziemlich schön, leider stört der viele Müll und der Geruch nach fauligem Abwasser das Bild, obwohl die Aussicht auf den Titicacasee und die umliegenden Hügel nicht zu verachten ist. Der Titicacasee liegt auf knapp über 3800 Meter Höhe und ist damit der höchste See der Welt, welcher kommerziell beschiffbar ist. Er ist etwa 15.5 mal so gross wie der Bodensee und an seiner tiefsten Stelle knapp 300 Meter tief. „Dank“ ca 18’000 illegalen Minen rund um den See (das Gebiet ist reich an Silber, Eisen und Kupfer) ist er aber sehr stark verschmutzt und in den letzten Jahren geht der Wasserstand immer weiter zurück.

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Am Hauptplatz von Puno (irgendwie heisst in jeder peruanischen Stadt der Hauptplatz „Plaza de Armas“) befindet sich eine mehr oder weniger schöne Kathedrale und einige ungewöhnlich geschnittenen Bäume, alles in allem keine herausragend schöne Stadt. Wir beschlossen also nicht allzu lange zu bleiben und buchten uns eine zweitägige Tour auf den Titicacasee.

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Am Morgen des 19. Februars wurden wir also von einem Bus bei unserem Hotel abgeholt und fuhren zum Hafen (die 5min hätten wir auch zu Fuss geschafft 😀 ). Dort trafen wir auf den Rest der etwa 25 köpfigen Reisegruppe und unseren Guide Ruben. Nach einer endlosen Rede von Ruben, in der er sich gefühlte 100 Mal wiederholt hat, bestiegen wir endlich ein Boot und fuhren hinaus auf den Titicacasee. Im Boot begann die nächste Rede von Ruben. Er hatte eine sehr unangenehme, extrem langsame Art zu Sprechen. Die Informationen, die er an uns weitergab waren durchaus interessant, man hätte allerdings das gleiche in einem 20stel der Zeit erzählen können. Nach etwa 2 Stunden Bootsfahrt (das Boot war mindestens genau so langsam wie das Sprechtempo Rubens) erreichten wir den ersten Programmpunkt unserer Tour: Die Uros Indianer auf ihren schwimmenden Inseln. Die Uros sind ein Volk, welches schon vor der Inkazeit auf selbstgebauten Schilfinseln lebte, und dies noch bis heute tut. Die kleinen Inseln (es hat etwa hundert davon, auf einer leben jeweils 4 bis maximal 10 Familien) sehen wunderschön aus, nicht nur die Inseln, sondern auch sämtliche Häuser darauf sind aus einem sehr dicken und robusten Schilf gebaut, welches hier überall wächst (und welches man praktischerweise auch gleich noch essen kann, schmeckt aber wie Schwamm). Da durch die starke Wasserverschmutzung die Uros nicht mehr nur von der Fischerei leben können, nutzen sie den Tourismus für um Geld zu verdienen. Die Art, wie uns die Uros dann aber „vorgeführt“ wurden erinnerte eher an einen Zoo, als an einen Besuch. Kaum auf der Insel angekommen wurden wir von etwa 10 Frauen in traditioneller Kleidung begrüsst, welche für uns sangen. Immer wieder wurden wir vom Guide dazu aufgefordert Fotos zu machen „auch von der Grossmutter da, die strickt gerade“. Das ganze wirkte irgendwie komisch und wir fühlten uns nicht so ganz wohl bei der Sache. Einerseits ist es für die Uros sicherlich gut durch den Tourismus einen Zusatzverdienst zu haben, andererseits könnte man den Besuch auf den schwimmenden Inseln aber auch anders gestalten. Mehr als Besuch halt und nicht nach dem Motto „heute schauen wir uns ein paar Eingeborene an“. Als alle auf der Insel waren, erschien dann der Inselchef (jede der schwimmenden Insel hat eine Art Häuptling), der uns zeigte wie sie diese Inseln bauen und wie sie traditionell fischen. Danach folgte eine viertelstündige Rundfahrt in einem der traditionellen Schilfboote (auch diese wurde vom Gesang und Tanz der Frauen begleitet) und danach konnte man noch einige Handarbeiten der Uros kaufen. Nach etwa einer Stunde bestiegen wir wieder unser Boot und fuhren weite Richtung Amantani Insel.

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Dort angekommen begrüsste uns erneut eine Gruppe von traditionell gekleideten Frauen. Wir wurden den verschiedenen Familien zugeteilt, bei welchen wir zu Mittag assen.
Nach dem Mittagessen trafen wir uns erneut mit dem Rest der Gruppe und wanderten zum höchsten Punkt der Insel. Der Spaziergang wurde immer wieder von den endlosen Reden unseres Guides unterbrochen, so dass wir für die etwa 2km fast 2 Stunden benötigten. Oben angekommen hatten wir dann endlich etwas Zeit für uns und wir konnten auf eigene Faust herumgehen und zwei alte Inkatempel auf dem Gipfel besichtigen. Nach 40 Minuten mussten wir aber schon wieder an einem Treffpunkt sein, der Zeitpunkt war genau so gewählt, dass man kurz vor dem Sonnenuntergang zurück sein musste, was uns sehr ärgerte, wäre der Sonnenuntergang vom Tempel doch wunderschön gewesen. Wie aber eigentlich immer, waren die einzigen pünktlichen wir (die Schweizer) und ein deutsches Päärchen. Alle Anderen (inklusive Guide) genossen zuerst noch den Sonnenuntergang, bevor sie dann etwa 45 min zu späht an den Treffpunkt zurückkehrten. Zurück im Dorf gab es bei der selben Familie Abendessen und danach schliefen wir auch bei der uns zugeteilten Familie. Während der gesamten Zeit bei der Familie haben sie kaum mit uns gesprochen und wir mussten in einem anderen Raum essen. Nur kurz, als sie uns ihre selbstgestrickten Waren verkaufen wollten wurden sie etwas gesprächiger. Alles in allem extrem touristisch und nicht wirklich gastfreundlich. Wahrscheindlich ist man auch irgendwann abgestumpft, wenn jeden Tag eine neue Gruppe von Touristen vorbeikommt.

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Am nächsten Morgen trafen wir uns nach dem Frühstück mit den anderen am Hafen. Wie immer kam unser Guide wieder viel zu spät. Mit dem Boot ging es weiter auf die Taquile Insel. Dort spazierten wir etwas durch ein Dorf und gingen am Mittag in ein Restaurant. Dort wurden uns beim Essen verschiedene traditionelle Tänze vorgeführt und ein Mann zeigte uns, wie er aus einem Busch Seife herstellen kann (Busch mit Stein zermahlen, mit Wasser mischen, fertig 😛 ).
Nach dem Mittagessen spazierten wir zum Hafen und fuhren dann im Schneckentempo drei Stunden lang zurück nach Puno.
Wir haben auf der Tour viele schöne Landschaften und einige interessante Dinge gesehen, für uns war sie allerdings viel zu touristisch aufgemacht und wir fühlten uns irgendwie immer ein bischen unwohl wenn uns die Leute richtiggehend vorgeführt wurden.

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Wir verbrachten nach der Tour noch einen weiteren Tag in Puno und fuhren am 22. Februar dann mit dem Bus weiter Richtung Bolivien. Am frühen Nachmittag begaben wir uns zum Busbahnhof von Puno und fuhren von dort aus drei Stunden lang bis an die bolivische Grenze. Dort mussten wir für Passkontrollen und die Einreiseformalitäten aussteigen, was aber alles problemlos verlief. Etwa 10 min nach der Grenze erreichte unser Bus das kleine Städtchen Copacabana direkt am Titicacasee. Wir assen noch etwas (Gummisteak mit Kartoffeln) und gingen danach schlafen.
Da hier in Bolivien fast nirgends Internet zu finden ist, hat es nun einige Tage gedauert, diesen Beitrag hochzuladen. Bei Gelegenheit gibt es in den nächsten Tagen Titicacasee Teil 2 😀

Grüsse an alle Daheimgebliebenen.

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Arequipa: Chachani und Colca Canyon

Nach unserem letzten Tag in Cusco nahmen wir uns am Abend des 7. Februar ein Taxi zum Busbahnhof von Cusco. Von dort aus haben wir einen Nachtbus gebucht, welcher uns in 10 Stunden nach Arequipa bringen sollte. Am Busbahnhof von Cusco herrschte ein riesiges Chaos. Hunderte von Menschen riefen durcheinander und versuchten Tickets zu verkaufen. Nach etwas suchen fanden wir dann den Schalter unserer Busgesellschaft (wir hatten das Ticket schon am Tag zuvor gekauft) und fragten dort nach, wo wir unseren Bus finden können. Nachdem wir im System erfasst wurden mussten wir noch etwas warten und konnten dann um 9:30 Uhr in den Bus einsteigen. Ich glaube, so einen gemütlichen Bus habe ich noch nie gesehen. Jeder Platz war ein riesiger Sofasessel, der zum schlafen nach hinten gelegt werden konnte. Trotz der bequemen Sessel konnten wir aber beide nicht so richtig schlafen und erreichten morgens um sieben ziemlich müde Arequipa.
Das Hotel, welches wir im Voraus gebucht hatten, liess uns zum Glück schon früh Morgens einchecken, sodass wir nach zwei Stunden in einem Bett schlafen konnten.
Am späteren Morgen machten wir uns dann auf den Weg zum Hauptplatz von Arequipa. Verglichen mit Cusco ist Arequipa keine wirklich schöne Stadt. Der Hauptplatz ist zwar von Palmen umgeben (Arequipa ist „nur“ 2500m hoch), ansonsten wirkt aber alles ziemlich lieblos.
Gegen Mittag machte ich mich auf die Suche nach einer Tour auf den Chachani. Der Chachani ist der mit über 6000m der höchste Vulkan bei Arequipa und soll für einen 6000er verhältnismässig einfach zu besteigen sein. Nach einigen Touranbietern wurde ich dann in einem kleinen sympathisch wirkenden Büro fündig. Leider war unser Bergführer gerade nicht dort. Ich buchte die Tour trotzdem und verabredete, dass wir den Bergführer am Abend im Hotel treffen würden für weitere Informationen. Am Abend erschien dann wie ausgemacht unser Bergführer Ivan im Hotel. Schon da kam er uns ziemlich komisch vor, er redete nur davon, wie hochnäsig Schweizer seien und dass er schon 26 Jahre Erfahrung habe. Jede Frage von uns (ob es Schnee auf dem Gipfel habe oder ähnliche Fragen) verstand er irgendwie als Angriff und antwortete (wenn überhaupt) ziemlich herablassend. Leider hatten wir die Tour schon gebucht und bezahlt, sonst hätten wir uns wahrscheinlich nach einem anderen Guide umgeschaut. Am nächsten Morgen wurden wir dann im Hotel abgeholt und fuhren zum Reisebüro um das Material zu packen. Dort trafen wir auch auf den Rest unserer Gruppe, ein sympathisches deutsches Pärchen. Beim Material packen gingen die Selbstverherrlichungsreden unseres Guides weiter: Er machte uns mit jedem seiner Worte klar, dass wir sowieso keine Ahnung haben und die Schweizer Berge ein Witz seien. Ich schaltete mein Hirn auf Durchzug und packte alles Nötige zusammen: Zelt, Schlafsack, Schlafmatte, Schuhe (da Ivan sagte meine Schuhe seien der letzte Dreck und ich müsse andere anziehen), Steigeisen (es hat also Schnee 😀 ) und noch einige andere Sachen. Danach fuhren wir 3 Stunden lang in Richtung Chachani und wurden dort auf 4800m höhe ausgeladen. Die erste Etappe der Tour musste mit den sehr schweren Rucksäcken bewältigt werden. wir brauchten etwa 3 Stunden, bis wir am Nachmittag das „Basislager“ auf etwa 5300m erreichten. Hier stellten wir unsere Zelte auf und Ivan kochte uns ein Abendessen. Leider war das Wetter ziemlich schlecht und wir konnten wegen des dichten Nebels gar nichts von der schönen Aussicht geniessen. Nach dem Abendessen packte Ivan ein Pulsmessgerät aus und mass unsere Sauerstoffsättigung. Nun wurde es richtig skurril: er erzählte Michi und Isabel, dass sie es mit diesen Werten wahrscheinlich nicht auf den Berg schaffen werden. Bei mir meinte er, ich hätte Werte die besser sind als die eines Sherpas und behandelte mich danach plötzlich freundlich :-S.
Um 6 Uhr gingen wir dann ins Zelt um uns auszuruhen. In der Höhe schläft man sehr schlecht, so haben wir alle wenn überhaupt nur sehr wenig geschlafen. Um Mitternacht standen wir wieder auf (wir verstehen bis jetzt nicht, warum wir so früh los mussten, wahrscheinlich wollte Ivan es einfach nur möglichst schnell hinter sich bringen), assen ein kleines Frühstück und wanderten um 1 Uhr los den Berg hoch. Isabel hatte stark mit der Höhenkrankheit zu kämpfen und entschied sich nach einer halben Stunde dazu umzukehren und im Zelt auf uns zu warten. Ivan war sichtlich zufrieden, war doch schon die erste Frau umgekehrt. Nach etwa zwei Stunden machten wir eine erste Pause. Da in dieser Höhe alles viel anstrengender ist, hatten wir in zwei Stunden erst etwa 200 Höhenmeter zurückgelegt (Ivan voraus, er bestimmte also das Tempo). In der Pause fing er dann damit an, das Michi zu langsam sei und sie solle gefälligst nicht hinsetzen weil dann alles langsamer gehe. Wir waren alle genau gleich schnell, zu mir und Ulf sagte er aber kein schlechtes Wort. Von da an hatte er es irgendwie auf Michi abgesehen: bei jeder Gelegenheit wurde sie kritisiert und er sagte immer wieder, dass Sie es sowieso nicht schafft, um dann anzufügen, dass alles nur eine Sache der Einstellung sei. Weitere 200 Höhenmeter später mussten wir dann die Steigeisen montieren. Wir hatten alle drei ziemlich Mühe damit, da wir darin einfach keine Übung haben. Ivan schaute uns beim montieren zu, um uns dann, als alle fertig waren mitzuteilen, dass wir es in der falschen Reihenfolge gemacht haben und noch einmal von vorne anfangen können, kein Problem bei einigen minus Graden und mit eingefrorenen Fingern. 😦 Erneut hackte Ivan aber nur auf Michi herum und mir platzte irgendwann der Kragen. Als ich ihn zur Rede stellte was das soll war er sofort eingeschnappt und sagte uns wir sollen besser umkehren, da er ja schon immer gewusst habe, dass wir ihn nicht respektieren und das Gefühl haben Schweizer seien die Besten. Als Rache beschleunigte er anschliessen stark das Tempo (wahrscheinlich um uns zu beweisen dass wir zu faul sind). Auf etwa 5800m waren uns seine ständigen Beleidigungen dann endgültig zu viel. Als er gemerkt hat, dass wir ihm auch in seinem schnellen Tempo gut nachkommen warf er Michi vor, sie hätte ein schlechtes Gleichgewicht und es sei gefährlich mit ihr.
Wir entschieden uns, dass uns das so keinen Spass macht (und ich wahrscheinlich Ivan bald mit einem Eispickel erschlagen hätte). So zogen Ivan und Ulf alleine weiter Richtung Gipfel und wir schauten auf 5800m bei endlich schönem Wetter der langsam hell werdenden Berglandschaft zu. Ein wunderschöner Anblick, auch wenn wir nicht bis zum Gipfel hoch sind, hat sich der Aufstieg bis hierhin auf jeden Fall gelohnt. Der Abstieg zum Basiscamp dauerte dann nur etwa eine Stunde. Es war ziemlich witzig, im Tiefschnee den steilen Hang hinunter zu hüpfen. Zurück im Basiscamp machte ich dann, was ich eigentlich auf dem Gipfel vorgehabt hätte. Vor einer wunderschönen Bergkulisse und bei strahlend schönem Wetter fragte ich Michi, ob sie mich heiraten möchte. Sie sagte ja und wir feierten mit dem extra zu diesem Zweck mitgeschleppten Champagner bis Ivan und Ulf vom Berg zurückkamen. Trotz nichterreichen des Gipfels waren wir bester Laune. Diese konnte uns auch Ivan bei seiner Rückkehr nicht mehr verderben obwohl er es mit allen Mitteln versucht hat. Als das Zelt abgebaut und die Rucksäcke gepackt waren, machten wir uns auf den Weg zurück zum Auto. Unterwegs schickte mich dann Ivan noch absichtlich in die falsche Richtung den Berg hinunter, so dass ich mit dem schweren Rucksack alles wieder hoch musste (die anderen durften oben auf dem Weg warten, nur mir sagte er, ich müsse den Berg runter). Einen so schlechten und bösartigen Guide hatten wir bis jetzt auf unserer ganzen Reise noch nicht.

Die ganze Geschichte aus meiner(Michis) Sicht:
Ich habe mich riesig auf die Bergbesteigung gefreut. Chachani gilt als einfach, der einzige Unterschied zu anderen Bergen ist die ungewohnte Höhe, wie der Körper damit umgeht weiss man erst, wenn man da ist. Ivan war mir von Anfang an nicht sympatisch, aber er ist sehr erfahren und das zählt bei einem solchen Unternehmen auch etwas, dachten wir.
Nachdem mir Ivan beim Abendessen mitgeteilt hat, dass meine Sauerstoffsättigung sehr schlecht sei und er mich unter diesen Umständen nicht auf dem Gipfel sehe habe ich mir noch nicht viel daraus gemacht. Ich habe die Höhe gespührt, alles ist anstrengend und man ist bei der kleinsten Bewegung ausser Atem. Aber mir ging es viel besser als Isabel, welche unter starken Kopfschmerzen und Übelkeit litt und im Gegensatz zu allen Anderen konnte ich auch schlafen. 🙂 Um 12 nachts ging es los, im Schneckentempo und flachen zick-zacks den Berg hinauf. Anfangs ging es ziemlich gut, Sämi war fit wie ein Turnschuh und machte einen Eindruck, als könne er den Berg auch locker hochjoggen. So gut ging es mir nicht und ich war dankbar für das langsame Tempo, zwei Schritte zu schnell und schon blieb mir wieder die Luft weg. Aber dann fing Ivan an auf mir herumzuhacken. Immer wieder erklärte er mir, dass nun ein perfekter Zeitpunkt für mich wäre umzukehren, obwohl ich nichts dergleichen erwähnt habe. Warscheinlich war ich ihm einfach zu langsam und stand seiner Frühzeitigen Rückkehr nach Arequipa im Weg. Meiner Einstellung ging es Anfangs wunderbar, aber mit jedem weiteren Angriff von Ivan verlor ich etwas von meinem Elan, ich war irgendwann einfach nur noch wütend und Spass hatte ich so keinen. Nach einem längeren Vortrag darüber, dass ich in Pausen gefälligst stehen bleiben soll, da ich sonst kurz vor dem Gipfel zu kalt hätte und dann alle umkehren müssen und einem darauffolgenden Vortrag über Anstand und Achtung war bei mir dann fertig und ich den Tränen nahe. Sämi und Ulf taten ihr bestes mich zum weitergehen zu bewegen und ich gab mir noch einmal einen Ruck und ging weiter aber Ivan hatte gemerkt, dass er mich fast so weit hatte aufzugeben und ging in zügigerem Tempo gerade den Berg hoch, so dass ich wirklich kaum mehr mithalten konnte; ich hatte genug und wollte zurück. Sämi begleitete mich, er hatte die Idee auf den Sonnenaufgang zu warten, aber ich war in diesem Moment keine gute Gesellschaft, meine Füsse waren zu kalt und meine Laune schlecht. Also kam er halt mit mir ins Tal. Ich packte mir im Camp einen Stuhl und setzte mich in die Sonne 😛 aber Sämi stürmte irgendwas von toller Aussicht und ich müsse kommen und nachdem er nicht locker liess ging ich halt auch an den Abhang die Aussicht anschauen und dann kam die grosse Überraschung. Ein Heiratsantrag. Also ich habe es ihm ja wirklich nicht einfach gemacht. 😀 Da schleppt er einen Champagner auf den Berg und weil ich so unausstehlich bin auch wieder den Berg hinunter. In diesem Moment hätte ich mit allem gerechnet, aber nicht mit einem Antrag. WOW! Dieser Ausflug war definitiv gerettet. 🙂

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Nach drei Stunden im Auto erreichten wir Arequipa, gaben unser Material zurück. Ivan war sogar noch so dreist uns um Trinkgeld zu bitten, ich erklärte ihm dann freundlich, wann ein Guide Trinkgeld bekommt und wann nicht (er ist der Erste, dem wir nichts gaben). Danach verliessen wir das Reisebüro und gönnten uns zur Feier des Tages die Präsidentensuite im Hotel inklusive Whirlpool im Zimmer, um unsere Verlobung zu feiern :-D.

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Im Vergleich zur Machu Picchu Tour hatten wir am nächsten Morgen kaum Muskelkater. So spazierten wir etwas in Arequipa umher (wirklich keine schöne Stadt) und machten uns af die Suche nach einer Tour in den Colca Canyon, der tiefsten Schlucht der Welt (Vom höchsten Gipfel bis zum Fluss 4100 m Höhendifferenz). Da die Trekking Touren alle um drei Uhr Morgens starten stellten wir uns dann unsere eigene Tour zusammen: erster Tag Sightseeing mit dem Bus, zweiter Tag treffen mit der Trekking Gruppe und anschliessend zwei Tage wandern. Am Abend liessen wir es uns nochmal so richtig gut gehen und gingen bei Gaston Essen. Das Restaurant machte seinem Ruf alle Ehre, das Essen war hervorragend (noch besser, als das peruanische Essen ohnehin schon ist).
Am 13. Januar wurden wir pünktlich um 8 Uhr bei unserem Hotel von einem grossen Bus abgeholt und starteten in den wahrscheinlich tourististen Tag unserer Reise. Zuerst fuhren wir Richtung Colca Canyon. Nach zwei Stunden gab es eine Pause bei einem Verkaufsstand wo man Alpakakleidung (zu überteuerten Preisen) kaufen konnte. Danach fuhren wir in das Naturschutzgebiet wo wir Vicunias (die ausschliesslich wild lebenden Vorfahren der Alpakas) beobachten konnten. Unterwegs erzählte unsere Guide allerlei mehr oder weniger interessante Fakten über den Canyon und die darin lebenden Tiere. Wir hielten auch bei einem Gehege mit schön geschmückten Alpakas und Lamas um diese aus der Nähe zu sehen und den Unterschied zu lernen, also das ist so: Alpakas sind klein, Lamas sind gross :-). Am frühen Nachmittag erreichten wir Chivay, die grösste „Stadt“ im Canyon und bezogen dort unsere Unterkunft für die Nacht. Anschliessend ging ein Teil der Reisegruppe zu den nahe gelegenen heissen Quellen um zu baden. Da wir in der Zwischenzeit wissen, dass die Thermalquellen in Peru selten sonderlich schön sind, verbrachten wir die Zeit im Dorf. Wir setzten uns auf den Hauptplatz, spielten etwas mit den Hunden (die Strassenhunde sind in Peru überall extrem freundlich und zutraulich) und machten uns Gedanken wie, wann und wo wir heiraten wollen.
Am Abend gingen wir mit der ganzen Gruppe in ein Restaurant. Es gab Pizza und dazu wurden uns peruanische Volkstänze vorgeführt.

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Nach dem Essen gingen wir dann zeitig schlafen, um fit für den nächsten Tag zu sein, da hiess es nämlich bereits um 5 Uhr aufstehen. Um 6 Uhr fuhren wir los, hielten unterwegs an einigen wirklich schönen Aussichtspunkten und erreichten kurz nach 8 den „Cruz del Condor“, einen Aussichtspunkt bei dem die Chance Andenkondore zu sehen besonders gross sein soll. Obwohl bei unserer Ankunft weit und breit keiner der weltgrössten flugfähigen Vögel zu sehen war, hatten wir etwas später dann doch noch Glück, und wie: insgesamt 9 Andenkondoren konnten wir beim Kreise drehen und beim in der Sonne sitzen zuschauen, laut unserem Guide zu dieser Jahreszeit eher die Ausnahme als die Regel. Obwohl wir mit unserer Kamera im Allgemeinen ja sehr zufrieden sind, war dies wieder einmal einer der Momente, in denen wir die Möglichkeiten eines leistungsstarken Teleobjektivs vermissten.

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Um 9 Uhr verabschiedeten wir uns dann von unserer Reisegruppe und trafen auf die Trekkinggruppe (welche ausser uns nur noch aus Ron (einem Kanadier) und dem Guide Nestor bestand). Hier hatten wir mit dem Guide wieder Glück: Nestor war ein sehr freundlicher und lustiger Guide mit einem grossen Wissen über den Canyon mit seiner Flora und Fauna. Beim Startpunkt der Wanderung wartete ein kleiner Hund auf uns, welcher uns begleitete. Laut Nestor hat es in dem Dorf 18 Hunde, welche tagtäglich die Wandergruppen begleiten, um so an ein par Streicheleinheiten und etwas Essen zu kommen. Der erste Teil des Trekkings war eine Härteprobe für unsere Knie. 1100m ging es ziemlich steil den Berg hinunter zum Fluss, welcher den Canyon geschaffen hat. Danach, mit etwas weichen Knien, wanderten wir noch eine Stunde zu einem kleinen Dorf in dem es Mittagessen gab, immer begleitet von in der Zwischenzeit zwei Hunden. Unterwegs pflückte uns Nestor immer wieder die verschiedensten Früchte die hier einfach so am Wegrand wachsen (inklusive den süssesten Feigen die wir je gekostet haben). Nach dem Mittagessen führte der Weg tiefer in das Tal hinein. Mal bergauf, mal bergab wanderten wir etwa drei Stunden lang durch wunderschöne Landschaften vorbei an beeindruckend hohen und steilen Felswänden. Nach dem letzten etwa 300m hohen Hügel erreichten wir am Nachmittag einem mitten im Tal gelegene Oase. Hier herrscht eine Art Mikroklima, sodass in einem kleinen Abschnitt des Tales eine fast schon tropische Vegetation vorherrscht. Von einem wunderschönen Wasserfall wird hier Wasser in kleine Becken geleitet, in denen wir uns nach der Wanderung abkühlen und erfrischen konnten.
Wir hatten etwas Zeit die Oase anzuschauen, bevor es dann einen Teller Suppe und Spaghetti zum Abendessen gab. Auch für die Hunde gab es einen Teller Spaghetti :-D. Gleich darauf legten wir uns ins Bett, da am nächsten Morgen nochmal ein steiler Aufstieg auf uns wartete.

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Um 4:30 Uhr läutete der Wecker und wir machten uns bereit für die letzte Etappe der Wanderung. Um die Ortschaft zu erreichen, von der aus die Wanderung begonnen hat mussten wir 1200 Höhenmeter auf einem Zick-Zack Pfad den Berg hinauf überwinden. Mit frischem Elan und einer guten Portion Ehrgeiz erreichten wir bereits nach zwei sehr anstrengenden Stunden den Gipfel auf 3250m. Leider war die erhoffte Aussicht vom Nebel verborgen, sodass wir bald ins nächstgelegene Dorf weiterwanderten. Dort gab es ein Frühstück und wir verabschiedeten uns von unserem Guide Nestor, der bereits mit der nächsten Gruppe auf die selbe Wanderung aufbrach. Auch eine gruppe von etwa fünf Hunden wartete bereits wieder auf neue Touristen.

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Zurück nach Arequipa fuhren wir wieder in einem Touristenbus. Dieser hielt wieder an allen möglichen Orten und wir erreichten erst am Abend die Stadt. Dort schliefen wir noch eine letzte Nacht.

Am 16.Februar fuhren wir am Morgen mit dem Taxi zum Busbahnhof von Arequipa um von dort aus nach Puno am Titicacasee zu gelangen. Am Busbahnhof wurde uns dann erklärt, dass der von uns gebuchte Bus gestrichen wurde und wir den späteren nehmen müssen. Wir verbrachten also drei Stunden rund ums Busterminal bevor wir dann endlich den (leider viel weniger luxuriösen) Bus besteigen konnten. Der Bus hatte keine Lüftung und die Fenster liessen sich auch nicht öffnen, so stank es bereits beim einsteigen ziemlich stark. Um 12:30 fuhren wir dann endlich los, brauchten wegen des Verkehrs aber mehr als eine Stunde um aus der Stadt rauzukommen. Nach weiteren zwei Stunden begann es leicht zu schneeregnen und der Bus blieb plötzlich mitten auf der Strasse stehen. Nach einer halben Stunde stiegen wir aus um nachzusehen was los ist und entdeckten einen zweiten Bus, der umgekippt quer auf der Strasse lag. Hier war absolut kein Durchkommen und wir mussten einfach abwarten bis der Unfall geräumt wird. Irgendwann war die Strasse dann tatsächlich wieder frei und wir erreichten um 21:30 Uhr endlich Puno.

Grüsse an alle Daheimgebliebenen.

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Machu Picchu Tour und Ollantaytambo

Am Morgen des 31. Januars hiess es für uns früh aufstehen. Um 04:30 Uhr klingelte bereits unser Wecker. Nachdem wir all unser Zeug zusammengepackt hatten, gingen wir los zum mit dem Tourguide vereinbarten Treffpunkt. Wir haben uns eine 4-Tages Tour zum Machu Picchu gebucht welche durch den Peruanischen Dschungel nach Agua Calientes gehen soll. Um 05:40 Uhr wurden wir abgeholt und trafen auf den Rest unserer Reisegruppe. Ein bunter Haufen aus Amerikanern, Kanadiern, Argentinier, Österreicher, Schotten, Engländern und unserem Peruanischen Tourguide „Teddy“.
Nach einer fast zweistündigen Fahrt assen wir ein kurzes Frühstück und nach weiteren 50 Minuten im Auto erreichten wir einen Pass auf 4350 Metern über Meer. Von dort aus startete der erste Programmpunkt unserer Tour: 3000 Höhenmeter auf dem Mountainbike ins Tal fahren :D. Trotz starkem Nebel und regnerischem Wetter machte die Abfahrt riesen Spass. Dank fehlender Schutzbleche und 14 Bachdurchquerungen waren wir am Ende komplett durchnässt.

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Nach der Abfahrt gab es ein Mittagessen und danach fuhren wir mit dem Auto ins nächstgelegene Dorf. Hier auf nur noch 1250m Höhe war das Wetter angenehm warm und der karge Wald des Hochlandes wechselte zu dichtem Dschungel. Am Nachmittag wanderten wir dann ca. 2 1/2 Stunden zum Ort wo wir übernachteten. (ohne die zwei Amis unserer Gruppe hätte die Strecke 45 Minuten gedauert :-S).

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Die erste Nacht verbrachten wir in einer abgelegenen Lodge, wo wir von der dort lebenden Familie bewirtet wurden. Überall rund ums Haus lebten haufenweise Tiere neben Hühnern und Meerschweinchen auch noch eine Katze, zwei Hunde und ein äusserst zahmer Papagei der versuchte jedem auf den Kopf zu klettern. Nach einem sehr schmackhaften peruanischen Abendessen tranken wir mit dem Rest der Gruppe noch ein Bierchen und gingen danach früh schlafen, um am nächsten Morgen fit zu sein.

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Der nächste Tag startete mit einem reichhaltigen Frühstück und einer kurzen Erklärung zu den verschiedenen Produkten, welche von der Familie angebaut werden. Anschliessend bekamen wir mithilfe irgendeiner Frucht Inka-Kriegsbemalungen verpasst (eine richtige Touri Tour eben) und posierten noch mit der Familie für Abschiedsfotos. Ca. um 11 Uhr marschierten wir dann los richtung Dschungel. Nach etwa einer Stunde Wanderung erreichten wir den alten Inkapfad Richtung Machu Picchu. Der Pfad ist etwa einen Meter breit und führt entlang einer beinahe senkrechten Felswand das Tal hinauf. Rechts von uns befand sich eine Steinwand, linkerhand ging es ca. 500m beinahe senkrecht herunter zum Fluss. Kein weg für Leute mit Höhenangst.

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Nach dem Mittagessen und weiteren zwei Stunden Wanderung erreichten wir ein weiteres Highlight der Tour. Um eine Schlucht zu überwinden befand sich an der Stelle ein gespanntes Stahlseil mit einem Metallkorb und auf beiden Seiten ein Peruaner der einem an einem Seil über die Schlucht zog. Jeweils zu zweit konnten wir in den Metallkorb sitzen und die wenige Minuten dauernde Fahrt über den etwa 50m hohen Abgrund geniessen 😀 .

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Auf der anderen Seite setzten wir unsere Wanderung fort und erreichten am späten nachmittag die heissen Quellen von Santa Theresa. Hier konnten wir im etwa 35° warmen Wasser entspannen. Da die heissen Quellen hier ein beliebtes Ausflugsziel sind, waren sie leider ziemlich überlaufen mit Besuchern. Da es beim Verlassen der Quellen bereits dunkel war nutzte irgendein Besucher die Gunst der Stunde und erleichterte mich um mein Portemonnaie. Glücklicherweise war nichts wichtiges drin, so dass wir unsere Reise problemlos (mit ein paar Nuevo Soles weniger) fortsetzen können. Von den Quellen aus fuhren wir mit dem Bus nach Santa Theresa wo ein gutes Abendessen auf uns wartete. Ein Teil unserer Gruppe ging nach dem Essen noch feiern, worauf wir aber verzichteten, da wir am Morgen wieder früh aufstehen mussten.

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Der Nächste Tag startete mit einem Frühstück im selben Restaurant. Mit vollem Magen aber immer noch müde hiess es Ausrüstung fassen fürs Ziplining. Mit einem „Klettergstältli“ und dicken Handschuhen ausgerüstet fuhren wir mit dem Bus eine halbe Stunde den Berg hoch. Von dort aus sind 6 lange Stahlseile mit einer Gesamtlänge von 2,4km im Zickzack über das Tal gespannt. Mit kleinen Rollen konnten wir uns dann in ebendiese einhängen und mit bis zu 80 km/h über den Fluss sausen. Nach dem letzten Seil wartete noch eine 200m lange Hängebrücke auf uns über die wir balancieren konnten. Alles in allem ein spassiger Vormittag.

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Am Mittag fuhren wir mit dem Bus ein Stück dem Fluss entlang und wanderten noch eine halbe Stunde zu einem Restaurant. Dort gab es ein gutes aber etwas knapp bemessenes Mittagessen gefolgt von einer Stunde Mittagsschlaf in Hängematten. Am Nachmittag wanderten wir noch die letzten drei Stunden nach Aguas Calientes (das Dorf unterhalb von Machu Picchu). Unterwegs erzählte uns Teddy (unser Guide) allerlei interessantes über die hier vorkommenden Pflanzen und Tiere. Nach dem Abendessen (gefüllte Avocados und Lomo Saltado, mmmhhhh) gingen wir erneut früh zu Bett, da der letzte Tag der anstrengendste werden sollte.

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Um 04:00 Uhr wurden wir von unserem Wecker unsanft aus dem Schlaf gerissen, packten rasch unsere Sachen zusammen und marschierten noch vor dem Frühstück los Richtung Machu Picchu. Wir hatten uns mit Teddy um 6 Uhr beim Haupteingang verabredet und waren selbst etwas erstaunt, dass wir für die 400 Höhenmeter nur 40 Minuten benötigten. So waren wir etwas zu früh oben und konnten noch einige Zeit die Ruinen auf eigene Faust erkunden. Bei unserer Ankunft war das Wetter noch ziemlich neblig, besserte sich aber zum Glück im Verlauf des Tages. Um halb 7, als unsere Gruppe komplett war (bis auf die beiden Amis, welche wieder 2 1/2 Stunden für den Aufstieg brauchten) startete unser Rundgang durch Machu Picchu. Teddy wusste erneut allerlei interessantes zu erzählen, sodass die Zeit wie im Flug verging. Um 8 Uhr verabschiedete Teddy sich dann von uns und wir konnten den Rest des Tages verbringen wie wir wollten. Wir entschieden uns einen nahe gelegenen Berg (Machu Picchu Montana) zu besteigen um von dort die Aussicht über die Region zu geniessen. Der Weg den Berg hinauf bestand aus 2500 unregelmässigen Steinstufen die immer knapp am Abgrund den Berg hoch führten. Weitere 1 1/2 Stunden und 600 Höhenmeter später erreichten wir den Gipfel. Wow, was für eine Aussicht. Auf drei von vier Seiten fällt der Berg fast senkrecht 1000m ins Tal ab. Machu Picchu erscheint von hier oben winzig klein. Leider haben wir nicht ans Gipfelbier gedacht, also gab es ein paar Salzkracker und Wasser als Mittagessen. Wir verbrachten fast 2 Stunden auf dem Gipfel, genossen die Aussicht und redeten mit den wenigen anderen Touristen welche sich hier hoch verirrten. Um 2 Uhr Nachmittags begannen Wir unseren Abstieg auf den total 4200 Steinstufen ins Tal zurück nach Aguas Calientes. Um halb 7 bestiegen wir in Aguas Calientes den Zug Richtung Ollantaytambo. Leider war es bereits dunkel, sodass wir nicht viel von der angeblich sehr schönen Zugstrecke mitbekamen. Zwei Stunden später erreichten wir Ollantaytambo. Hier trennten wir uns von unserer Reisegruppe, welche nach Cusco weiterfuhr. Wir suchten uns ein Hostel und fielen ziemlich müde aber zufrieden ins Bett.

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Am nächste Morgen erwachten wir mit starkem Muskelkater und alles tat uns irgendwie weh. Nach dem Frühstück war unser Plan etwas spazieren zu gehen, um unsere Muskeln zu lockern (vielleicht hilft das ja gegen den Muskelkater). Die ursprünglich von den Inkas erbaute Stadt Ollantytambo wurde in Form eines Lamas angelegt. Da auch hier die Spanier in ihrem Missionierungswahn alles zerstört haben, stehen allerdings nur noch die Grundmauern der alten Stadt. Der Besitzer des Guesthouses empfahl uns auf einen nahe gelegenen Hügel zu gehen, von dort aus könne man die Lama-Form besonders gut sehen. Also packten wir unser Zeug und spazierten los. Schon nach wenigen hundert Metern wurde uns klar, dass der Hügel ein weiterer 3000m Hoher Berg ist. Trotz Muskelkater und schmerzenden Gliedern packte uns der Ehrgeiz und wir wanderten die 500 Höhenmeter bis zum Gipfel hoch. Der Weg dorthin war ziemlich steil, aber wunderschön. Überall am Wegrand wachsen Orchideen und blühende Kakteen. Hin und wieder flog uns ein Kolibri über den Weg und steil in den Fels gebaut säumen alte Inkaruinen den Pfad. Endlich auf dem Gipfel angekommen verschlechterte sich leider das Wetter. Es begann stark zu stürmen und zu regnen. Wir genossen also nur wenige Minuten die Aussicht in das heilige Tal und Ollantaytambo und machten uns dann wieder zügig an den Abstieg.

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Zurück im Dorf genossen wir ein deftiges peruanisches Abendessen und lagerten danach unsere geschundenen Beine hoch :-D.

Am 5. Februar machten wir uns am Morgen auf den Weg zurück nach Cusco. Der kleine Bus von Ollantaytambo nach Cusco hält alle paar Minuten um Leute am Strassenrand ein- und aussteigen zu lassen. Dafür führt der Weg durch wunderschöne Landschaften, vorbei an kleinen Dörfern, grossen Feldern und über einen 4000m hohen Pass. Gegen Mittag erreichten wir Cusco, wo wir als erstes ein Hotel bezogen und danach durch die verschiedensten Märkte streiften und allerlei Zeug kauften.
Heute sind wir noch den letzten Tag in Cusco. Unsere Beine schmerzen immer noch ein wenig, fühlen sich aber schon wieder viel besser an. Heute Abend werden wir mit dem Nachtbus nach Arequipa fahren.

Grüsse an alle Daheimgebliebenen.

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Von Amsterdam nach Cusco

Da die zweite „Hälfte“ unserer Weltreise durch Südamerika gehen soll, verliessen wir am 3. Januar Amsterdam in Richtung Süden. Am Nachmittag fuhren wir zum Flughafen und begannen von dort aus unsere 52 Stündige Reise nach Peru. Zuerst flogen wir drei Stunden nach Madrid und von dort aus 13 Stunden nach Buenos Aires. Dort kamen wir am frühen Morgen (Ortszeit) ziemlich erschöpft von einer fast schlaflosen Nacht im Flugzeug an. Nun begann der schwierigere Teil der Reise. zuerst einmal mussten wir weitere 13 Stunden am Flughafen verbringen (leider ist der Kaffee hier auch nicht günstiger als an Schweizer Flughäfen). Gegen Abend wollten wir dann für unseren Flug nach Cusco einchecken. Wegen irgend einem Fehler im System wurde uns mitgeteilt, dass wir unser Gepäck bei jeder Zwischenlandung abholen und neu einchecken müssen. um etwa 9 Uhr Abends startete dann unsere Maschine nach Santa Cruz. Da wir dort ja wieder zum Checkinschalter mussten (wegen dem Gepäck) hiess es erst einmal anstehen für ein Bolivianisches Visum. Dies funktionierte zwar einwandfrei, allerdings erstaunten uns die Bolivianischen Zollkontrollen ein wenig. Am Zoll befand sich ein grosser roter Knopf, welcher an einen Zufallsgenerator gekoppelt ist. Jeder der durch will muss einmal drücken, worauf eine rote oder eine grüne Lampe aufleuchtet. Bei Michi leuchtete es grün, bei mir rot. Daraufhin wurde mein Gepäck „Durchsucht“. Das geht auf Bolivianisch: Rucksack öffnen, feststellen dass sich zuoberst Dreckwäsche befindet, Rucksack wieder schliessen, durchwinken :-D. Da könnten sie die Kontrollen gerade so gut auch sein lassen. Nach allen Kontrollen waren wir nun also in Bolivien. Hier mussten wir erneut sieben Stunden auf den nächsten Flieger warten. An einem Flughafen, der genau so ausschaut, wie man sich einen Bolivianischen Flughafen vorstellt nicht gerade ein Vergnügen. Am Nächsten Morgen öffnete dann aber irgendwann der Checkinschalter, wir konnten unsere Rucksäcke aufgeben und uns (erneut vorbei an der Zollkontrolle) zum Gate begeben. Wie nicht anders zu erwarten, wurde nun auch noch mein Handgepäck „durchsucht“ :-).
Weitere drei Stunden Flugzeit später landeten wir in Lima, wo nochmal dasselbe auf uns wartete. Für Visa anstellen, Gepäck abholen, Zollkontrolle, Einchecken, Zollkontrolle, einsteigen, weiterfliegen. Dann, nach endlosen 52 Stunden Reise landeten wir endlich am Nachmittag des 5. Januars in Cusco. Cusco ist die ehemalige Hauptstadt des Inkareiches und liegt in einem „Tal“ auf 3400m Höhe. Dementsprechend ist hier auch die Temperatur ziemlich kühl. Wir namen uns vom Flughafen ein Taxi ins Hotel und wo wir einfach nur noch schlafen wollten.
Astat am nächsten Morgen mit neuer Energie aufzuwachen hatten wir beide ziemliche Kopfschmerzen. eine Folge des zu schnellen Höhenwechsels von Meereshöhe auf 3500m (unser Hotel befand sich nochmal ein bisschen über der Stadt). Die Einheimischen schwören bei Höhenkrankheit auf das Kauen von Kokablättern. Mann kann hier überall Kokatee, Kokasüssigkeiten und ganze Kokablätter kaufen. Da diese nur minimalste Dosen Kokain enthalten (man müsste anscheinen 14 kG Blätter essen um eine berauschende Wirkung zu spüren) versuchten wir, ob die Kokasüssigkeiten wohl gegen die Kopfschmerzen helfen. Wir merkten aber rein gar nichts (wahrscheinlich hätten wir 14 kG davon essen sollen). Glücklicherweise gingen die Kopfschmerzen im verlauf des Tages dann von selbst wieder weg. Ein weiterer Effekt dieser Höhe ist, das alles um einiges anstrengender ist als normalerweise. So mussten wir für die etwa 50 Höhenmeter zum Hotel zwischendurch eine Pause einlegen, da wir völlig ausser Atem waren. Zum Glück gewöhnt man sich nach wenigen Tagen an die Höhe.
Die nächsten drei Tage verbrachten wir damit uns die Stadt anzuschauen. Unserer Meinung nach eine der schönsten Städte welche wir bis jetzt gesehen haben. Im Stadtzentrum wechseln sich alte Spanische Kathedralen mit noch älteren Inkamauern ab. Irgendwie ist die gesamte Altstadt ein Museum.

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Am vierten Tag in Cusco machten wir uns auf die Suche nach einer Spanischschule um einige Spanischgrundlagen zu erlernen, was uns hoffentlich das Reisen etwas erleichtert. Wir wurden in einer Schule namens „Antiguo Mundo“ fündig, wo wir uns 2 1/2 Wochen Privatunterricht buchten (Besten Dank Mami und Papi, wir haben das Geld gut investiert 😀 ). Wir haben uns für diese Zeit eine Wohnung gemietet, welche wir mit zwei Amerikanern teilen. Mal wieder eine Wohnung mit Küche zu haben, haben wir sehr vermisst. Allerdings ist hier wegen der Höhe das Kochen eine richtige Herausforderung. 3-Minuten Eier dauern hier 8 Minuten und unser Versuch Spätzle zu machen ist kläglich gescheitert. Da die Flüssigkeit im Teig zu sieden beginnt bevor das Ei stockt, entsteht im Wasser eine fluffige Masse die niemals fest wird :-S. Zumindest eine Rösti mit Ramplätzli haben wir zustande bekommen :D.
Zwischen den „Schuhltagen“ machten wir immer mal wieder Tagesausflüge zu verschiedenen Inkaruinen rund um die Stadt. Leider wurden die Gebäude der Inkas alle von den Spaniern zerstört, sodass nur noch Ruinen übrig sind. Die Natur rund um die Ruinen ist aber wunderschön, trotz einer Höhe von bis zu 4000m wachsen hier noch Bäume. Abgesehen von einigen speziellen Pflanzenarten ähnelt die Vegetation hier ziemlich dem Schweizer Hochjura. Nur hat es hier zusätzlich noch Kolibris, Stabheuschrecken und Alpakas :D.

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Das Essen hier ist wunderbar und wir können endlich wieder Brot und (guten) Käse kaufen. An den Märkten hier gibt es eine riesige Auswahl tropischer Früchte und Alpakafleisch schmeckt hervorragend. Ein Essenshighlight hier sind die Meerschweinchen, genannt Cuy. Sie gelten hier als die top Delikatesse und werden normalerweise an Hochzeiten (der reicheren Familien) gegessen. Cuy ist hier so beliebt, dass in der grössten Kathedrale der Stadt ein riesiges Bild hängt, welches Jesus mit seinen Jüngern beim letzten Abendmahl am Meerschweinchen essen zeigt. Diese Delikatesse wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir besuchten mit einer unserer Spanischlehrerinnen ein Restaurant welches Cuy zubereitet. Für etwa 8.- (für Peru ziemlich teuer) erhält man ein halbes Meerschweinchen mit Teigwaren, Kartoffeln und einer gefüllten Chili. Das Fleisch schmeckt gut, wenn man aber bedenkt, dass man für weniger Geld ein Rinderfilet erhält ist es das irgendwie nicht Wert. Trotzdem eine tolle Erfahrung.

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Nun geht unsere Zeit in Cusco schon wieder zu Ende. in den Nächsten Tagen wird unsere Reise weitergehen Richtung Machu Pichu (eine Ruinenstadt der Inkas).

Grüsse an alle Daheimgebliebenen.

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